09.11.2016

Volkshochschule zu Gast in der Beschützenden Werkstätte Schwäbisch Hall

Kategorie: Presse

Foto: Beschützende Werkstätte Schwäbisch Hall

„Viel Spaß, Michael“, riefen die Kollegen, als dieser für seinen Kurs aufgerufen wird. Der hieß „Smartphone bedienen“ und war eines der Angebote, mit dem die VHS Schwäbisch Hall zu Gast bei der Beschützenden Werkstätte in Schwäbisch Hall (BW) war.

„Wir bieten Kurse für alle Menschen an“, so Thomas Gerstenberg, Leiter der Schwäbisch Haller Volkshochschule, „ob klein, ob groß. Ob mit oder ohne Unterstützungsbedarf“.

Doch weil Barrieren groß sind, und Menschen mit Unterstützungsbedarf zum Teil nicht sehr mobil, packte die Volkshochschule in der vergangenen Woche den Kurs-Koffer und reiste in die Beschützende Werkstätte (BW) am Aschenhausweg, um Kurse vor Ort zu präsentieren und abzuhalten. An diesem vhs-Aktionstag konnten die weit über 100 BW-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Bildungsangebote kennenlernen und Ängste und Barrieren abbauen.

Insgesamt fünf Kurse konnten sie belegen, und die meisten probierten gleich alle aus: Filzen, Joga, Tanzen, Presseschau und den Kurs zum Bedienen des Smartphones, in dem Michael gerade sitzt. „Wir lernen, wie man Klingeltöne einstellt. Das ist cool!“, sagt er begeistert.

„Wir wollen, dass unsere Mitarbeiter diese Möglichkeiten der Fortbildung kennenlernen“, sagt BW-Standortleiter Jochen Brotz. „Und ihnen zeigen, wie sie ihre Freizeit nach der Arbeit gestalten können.“

Wie beim Filzen mit Kursleiterin Traute Friz, zum Beispiel. Acht vor allem Männer sitzen bei ihr in einem der Werkräume um den Tisch und kneten und reiben Filzbälle. Frösche sollen entstehen, oder Äpfel. Es riecht nach Seife, das Wasser ist warm und die Filzer sind konzentriert bei der Sache. Traute Friz ist erfahrene Kursleiterin auch mit Kursen für Menschen mit Unterstützungsbedarf. Denn die Volkshochschule hat ein inklusives Kursangebot im Programm, in dem regelmäßig etwa knapp 30 Kurse angeboten werden. Sie reichen vom Kochen über Trommeln bis zum Tanzen. Ute Geiger von der BW, die den Aktionstag in der Beschützenden Werkstätte mit organisiert hat, arbeitet bei der Programmgestaltung mit. Ehrenamtlich, versteht sich.

Eine Auswahl dieser Kurse stand nun auch in der Werkstätte auf dem Programm und indem die Mitarbeiter sie an ihrem Arbeitsplatz ausprobieren konnten, „haben sie uns wenigstens einmal gesehen und wissen, was bei der VHS passiert“, sagt Christina Dobre von der VHS „Vielleicht bekommen sie dadurch ja Lust auf einen Kurs.“

BU:
Standortleiter Jochen Brotz, vhs-Leiter Thomas Gerstenberg, seine Assistentin Christina Dobre erklären den Mitarbeitern der Beschützenden Werkstätte das Kursprogramm für den Tag. Fotos: BW

Info
Die Beschützende Werkstätte für geistig und körperlich Behinderte Heilbronn e.V. ist das führende Sozialunternehmen für Menschen mit geistiger Behinderung im Erwachsenenalter in der Region Heilbronn-Franken. Sie wurde 1967 von der Heilbronner Bürgerschaft gegründet und istMitglied im Diakonischen Werk Württemberg. Heute ist die BW mit mehr als 1.900 Mitarbeitenden an sieben Standorten von Heilbronn bis Crailsheim tätig und auf Rang 12 der größten Arbeitgeber in der Region Heilbronn-Franken. Ca. 1300 Menschen mit Behinderung werden in den Bereichen Arbeit, Förderung und Betreuung, Bildung sowie im Wohnbereich bei der selbst gestalteten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben unterstützt. Menschen mit geistiger Behinderung möchten nicht als „Behinderte“, sondern als Menschen mit Handicap, Menschen mit Unterstützungsbedarf oder Menschen mit Lernschwierigkeiten bezeichnet werden.