07.03.2016

Kaufen für die Müllhalde

Kategorie: Programm, Presse

Buchcover "Kaufen für die Müllhalde" / Quelle: orange press


Luftmatratze, elektrische Brotschneidemaschine, Ladekabel für sämtliche Handygenerationen – durchschnittlich besitzt jeder von uns 10.000 Gegenstände. Wir kaufen schon lange nicht mehr weil wir etwas brauchen, sondern weil unsere Wirtschaft wachsen muss. Damit wir weiter konsumieren, muss alles immer schneller auf dem Müll landen. Die Dinge werden wertlos, weil sie nach kurzer Zeit kaputt gehen, nicht mehr zu reparieren oder nicht mehr kompatibel sind und weil sie uns immer schneller langweilen.  Und so werfen wir weg und kaufen neu, anstatt zu reparieren - zumal es heute oft billiger ist. Seit dem Glühbirnen-Kartell der 1920er-Jahre halten viele Produkte nicht so lange, wie sie eigentlich könnten: Glühdrähte brennen vorzeitig durch, Laserdrucker stellen die Arbeit auf chipgesteuerten Befehl hin ein, und alle drei Jahre muss ein neuer Computer her, da der alte mit dem neuesten Betriebssystem nicht mehr Schritt halten kann.

Dahinter steckt System: 'Geplante Obsoleszenz' heißt das Prinzip, das die vorsätzliche Verkürzung der Lebensdauer von Beginn an vorsieht. Dank Billigproduktion und verschwenderischem Rohstoffeinsatz ist es zum Grundpfeiler der Überflussgesellschaften und ihres Fetischs Wirtschaftswachstum geworden. Eine weltweite Flut von Wohlstandsmüll und schwindende Ressourcen sind die Folge. Spannend wie ein Thriller, dabei fundiert und inspiriert, erzählt "Kaufen für die Müllhalde", wer sich dieses Mittel zur Ankurbelung der Konjunktur ausgedacht hat und wie es sogar zum Motiv unseres eigenen Handelns werden konnte.

Jürgen Reuss hat ein spannendes Buch zum preisgekrönten Film „Kaufen für die Müllhalde“ geschrieben.  Er stellt dieses am Donnerstag 10.03.2016 um 19:30 Uhr im Musiksaal (Raum S.3.04) im Haus der Bildung vor. Die Veranstaltung ist eine Kooperation von Mehrgenerationentreff und VHS und ist im Rahmen des Semesterschwerpunkts Nachhaltigkeit.