14.07.2015

DIAKademie - Heikles Thema zur Sprache gebracht

Kategorie: Presse

Über Blasenschwäche und Blasensenkung informierte jüngst ein Vortrag im Rahmen der gemeinsamen Reihe DIAKademie von Diakonie-Klinikum und Volkshochschule. Zu diesem weit verbreiteten und gleichzeitig mit Scham behafteten Thema konnte Dr. Brigitte Gary, die den Fachbereich Gesundheit an der VHS leitet, den Chefarzt der Frauenklinik, Prof. Dr. Andreas Rempen im Haus der Bildung begrüßen. Rund 40 überwiegend weibliche Zuhörer folgten bei hochsommerlichen Temperaturen den Ausführungen des Chefarztes, der seit 1999 am Diak die Frauenklinik leitet. Allein in Deutschland leide jede dritte Frau im Lauf ihres Lebens an Harninkontinenz.  „Und das wird mehr werden, weil wir immer älter werden“, so Dr. Rempen. Mit zunehmendem Alter wird das Bindegewebe schwächer und so kann es zum unwillkürlichen und unbeabsichtigten Harnabgang kommen. Daneben gehört die Senkung des Beckenbodens, der die inneren Organe stützt zu den häufigsten Beschwerden von Frauen. Zwar leiden bis zu 50 % der Frauen unter diesem Bruch, doch kommt es nur in 10 – 20% der Fälle zu einer ärztlichen Behandlung. „Man spricht nicht darüber, hat vielleicht noch keinen Leidensdruck, auch wenn die Unannehmlichkeiten groß sind“, betont Rempen. Frauen sind häufiger von Harninkontinenz betroffen als Männer, weil ihre Harnröhre kürzer ist, weil durch Schwangerschaft und Geburt der Beckenboden verletzt ist, was auch durch einen Kaiserschnitt nicht umgangen wird und in der Zeit nach den Wechseljahren häufiger ein Hormondefizit zu verzeichnen ist.

Zu den Risikofaktoren für die Blasenschwäche und –Senkung zählen Übergewicht, Alter, die Zahl der Geburten, chronische Lungenkrankheit, körperliche Belastungen und Verstopfung – alles was also auf den Beckenboden drückt und ihn schädigt. Die Diagnose erfolgt durch gynäkologische Untersuchungen, Ultraschall oder auch eine Blasenspiegelung und Blasendruckmessung. Behandelt werden kann die Blasenschwäche am Beginn mit Beckenbodengymnastik. Dazu bietet die Volkshochschule zwei Mal wöchentlich Kurse an, immer am Montag ab 17.30 Uhr und am Donnerstag ab 11.20 Uhr. Daneben gelten Elektrostimulation, Biofeedback und die Östrogenbehandlung zu den konservativen Behandlungsmöglichkeiten. Wenn diese Schritte nicht ausreichen, kann durch Operationen mit einem Vaginalband oder mit Netzen, die mit dem Bindegewebe verwachsen, ein hoher Heilungsgrad von über 80% erzielt werden.

Zwei Mal pro Woche hat die urogynäkologische Sprechstunde an der Frauenklinik geöffnet, immer Montag und Donnerstag am Nachmittag um 14 Uhr. Die Überweisung dorthin erfolgt über den Frauenarzt oder die Frauenärztin.

Der Vortrag von Prof. Rempen bildete den Abschluss der sehr erfolgreichen Reihe DIAKademie für dieses Semester.

In der DIAKademie können Patienten und Angehörige, sowie Fachpersonal und Interessierte den neuesten Stand zu aktuellen Themen der Medizin erfahren und mit den Chefärzten des Diak ins Gespräch kommen. Alle Vorträge sind gebührenfrei und finden im Haus der Bildung in der Regel am ersten Dienstag im Monat statt. Beim nächsten Termin nach der Sommerpause am 6. Oktober spricht Dr. Norbert Andrejew, der Chefarzt der Gerontologie, über „Erfolgreiches Altern“.