16.10.2017

Der Holocaust als offenes Geheimnis

Kategorie: Presse

hansmarechal / Pixabay.com

Gedenken an die Reichspogromnacht im HFM

VHS, Hällisch-Fränkisches Museum, Stadtarchiv, Kulturbüro, Stadtbibliothek, Historischer Verein, Evangelisches Kreisbildungswerk, Katholische Erwachsenenbildung sowie die KZ-Gedenkstätte Hessental laden am Donnerstag, 9. November, um 19:30 Uhr ins HFM ein.
Aus Anlass des Gedenkens an die Reichspogromnacht wird der renommierte Historiker Prof. Dr. Frank Bajohr vom Institut für Zeitgeschichte in München sprechen. Das spannungs-geladene Thema seines Abendvortrages lautet: „Der Holocaust als offenes Geheimnis“.
Was haben die Deutschen - unsere Eltern und (Ur-)Großeltern - vom Holocaust gewusst? Nichts, heißt es häufig hierzu. Vom Judenmord sei nichts bekannt gewesen. Frank Bajohr setzt dem entgegen: Der Holocaust war ein "offenes Geheimnis".
In seinem Vortrag belegt er mit unterschiedlichstem Quellenmaterial, dass spätestens seit 1942 immer größere Teile der deutschen Öffentlichkeit Kenntnis von der Vernichtung der europäischen Juden hatten. Dabei zeigt er auch, wie das Wissen um die Judenvernichtung nach der Kriegswende bei den Deutschen Bestrafungs- und Vergeltungsängste weckte - und wie die NS-Führung auf die große Verbreitung dieser Information reagierte.

Zur Person: Frank Bajohr,  Professor am Historischen Seminar des LMU München und wissenschaftlicher Leiter des "Zentrums für Holocaust-Studien" am international renommierten Institut für Zeitgeschichte in München. Er war Fellow am International Institute for Holocaust Research in Yad Vashem - und u.a. 2015 als Sachverständiger im öffentlich vielbeachteten Auschwitz-Prozess gegen Oskar Gröning tätig.